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Vietnam
bietet ein nahezu unverfälschtes Bild von den bedeutendsten asiatischen Kulturen und Traditionen. Das einstige Indochina zeigt uns die zahlreichen Gesichter Asiens und vermittelt gleichzeitig interessante Eindrücke von kolonial bedingten französischen, chinesischen und indischen Einflüssen. Auch landschaftlich bietet das Land eine faszinierende Vielfalt. Zwar ist die Fläche nicht viel größer als die der Bundesrepublik, aber zwischen der Hauptstadt Hanoi im Norden und Saigon im südlichen Mekong-Delta liegen immerhin fast 2.000 Kilometer: smaragdgrüne Tropenwälder, bezaubernde Karstinseln, idyllische Strände, Bergketten mit Wasserfällen und malerisch mäandernde Flüsse.








Für Hanoi, die älteste noch bestehende Hauptstadt Südostasiens, ist das Gründungsjahr 1010 belegt. Und wer genau hinsieht, wird auch die zahlreichen Spuren vergangener Dynastien entdecken. Dennoch darf man der Stadt nicht als Sehenswürdigkeiten-Jäger begegnen, denn viel „Großes“ gibt es nicht zu sehen – die meisten der um die 100 Jahre alten Häuser haben nur drei bis vier Geschosse. Viele von ihnen sind auch nur wenige Meter breit, dafür aber bis zu 60 Meter tief, denn in früheren Zeiten wurde die Steuer nach der Breite der Fassade berechnet. Der besondere Charme und die teilweise fast ländliche
Atmosphäre Hanois entsteht durch die freundlichen und hilfsbereiten Menschen – Straßenverkäufer, Trägerinnen, Reisbauern, die sich alle emsig in ihre Arbeit stürzen.

Das Ho Chi Minh-Mausoleum steht am Ba-Dinh-Platz, wo Ho Chi Minh im Septem-ber 1945 die Unabhängigkeits-erklärung verlas

Verkäuferinen in Ha Noi

Fast alles wird auf Mofas transportiert

Die Oper in Ha Noi: ein Replikat der Oper aus Paris

Tanzvorstellung in Ha Noi beim Abendessen

Tempel der Literatur in Ha Noi

Strassenbild in Ha Noi

Kinder überqueren die Strasse




Offiziell ist die Halong-Bucht, die 1994 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde, ein rund 1.500 Quadratkilometer großes Gebiet im Golf von Tonkin. Etwa 2.000 Kalksteingebilde ragen zum Teil mehrere Hundert Meter hoch aus dem Wasser. Die Gezeiten und das Wetter haben Höhlen mit bizarren Stalaktiten sowie Stalagmiten und auch Strände geschaffen, die teilweise nur bei Ebbe betreten werden können. Geheimnisvolle Grottentunnel führen zu Seen im Innern einiger Inseln, wo die Fischerfamilien, die seit Generationen auf ihren Booten in der Bucht leben, Zuflucht finden, wenn ein Taifun aufzieht. Die über und über mit Pflanzen bewachsenen Inseln selbst sind eher unbewohnbar.

Bizzare Kalkformationen in der Ha Long Bucht

Die schönste Art die Bucht zu besichtigen

Viele Boote verkaufen Früchte und lokale Produkte

Von Ha Noi nach Ha Long City mit russische Hubschrauber

Man lebt auf den Boot

Abendliches Panorama im Golf von Tonkin

Freundliche Verkäufer werden immer wieder angetroffen

Stimmungsvolle Aussicht am Nachmittag




In Zentralvietnam liegt Hue – reizvoll zwischen Hügeln und Reisfeldern an einer Biegung des Parfümflusses. Eine elf Kilometer lange Mauer umgibt die quadratische Zitadellenstadt, in der die nochmals von Mauern umschlossene „Kaiserstadt“ liegt, die wiederum die nur dem Kaiser vorbehaltene „Verbotene Purpurne Stadt“ umschließt. Diese Entrücktheit, eine von Poesie und Melancholie geprägte Stimmung, liegt noch heute über der Stadt: Anmutig spiegelt sie sich in den Wassern des Parfümflusses, träumt im Schatten alter kaiserlicher Paläste. Von 1802 bis 1945 war Hue die alte Hauptstadt der letzten Kaiserdynastie, der Nguyen. Als von der UNESCO anerkanntes Weltkulturerbe zieht Hue mit dem Zauber der prunkvollen Zitadelle, der Paläste, der 300 Tempel und Pagoden sowie kaiserlichen Gruften, die von dieser großen Vergangenheit zeugen, jeden in ihren Bann.


Auf den Parfümfluss in Hue

Vietnamesische Kinder beim Kartenspiel

Vietnamesische Schönheiten aus Hue

Die Zitadelle

Eingangstor in der Zitadelle

Die Grabstätte der Mingh-Dynastie

Im Zeremonie-Saal

Der Drachentanz bei einer Darbietung in der Zitadelle




Danang
liegt am Delta des Flusses Han und verfügt über einen Naturhafen, der die Stadt einst zu einem wichtigen Handelspunkt am Pazifischen Ozean machte. Doch leider kamen in diesem Hafen nicht nur Freunde an Land: Zunächst kamen die französischen Kolonialherren, später die amerikanischen Truppen. Die Wellen am beliebten China Beach wussten übrigens schon die surfenden GIs während des Vietnamkrieges zu schätzen. Heute gibt es in Danang zahlreiche exklusive Resorts – aufgrund seiner traumhaften Strände und seiner Nähe zu Hoi An, das 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Fahrt über den Wetter-Pass

Aussicht von den Wetter-Pass

Das Furama-Resort lädt mit hervorra-gende Strände

Sonnenuntergang in Danang


Hoi An

Das bildschöne Hoi An liegt am Thu-Bon-Fluss und war einst eine Station der „Seidenstraße des Meeres“. Schon vom vierten bis zum zehnten Jahrhundert, als das Reich der Cham blühte, ankerten hier Segler aus Arabien und Persien, aus Indien und China. Seine bedeutungsvollste Zeit erlebte der Hafen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, als sich immer mehr japanische und vor allem chinesische Seefahrer niederließen. Dann versandete der Thu Bon und Hoi An fiel in eine Art Schönheitsschlaf, der den Vietnamkrieg sowie die harten sozialistischen Jahre überdauerte. So stehen bis heute die alten Händlerhäuser am Flussufer, und in den malerischen Gassen mischen sich architektonisch und kulturell vietnamesische, japanische und chinesische Traditionen.

Kunsthandel in Hoi An

Die japanische Brücke

Strassenverkäufer

Schüler auf dem Weg nach Hause

Der Hafen von Hoi An

Dekoratives Strassenbild

Der chinesische Tempel

Fischer am Fluss in Hoi An




Ho-Chi-Minh-Stadt ist mit gut fünf Millionen Einwohnern die größte Stadt Vietnams. In ihrer langen Geschichte wurde die ehemalige Hauptstadt Südvietnams so oft umbenannt, dass es schwerfällt, den Überblick zu behalten. Seit 1976 jedenfalls trägt sie den Namen von „Onkel Ho“, dem Volkshelden und frühere Präsidenten Nordvietnams. Im Ausland kennt man sie noch immer unter ihrem alten Namen Saigon. Offiziell aber ist dies nur die Bezeichnung für den ersten Bezirk der Stadt. Mit seiner über 4.000 Jahre alten Geschichte, geprägt von großen Kulturen und frühem Reichtum sowie dem Einfluss des französischen Kolonialreiches hatte Saigon bereits viele Reputationen – schlechte und gute: In der Zeit als Hauptstadt Französisch-Indochinas sind beispielsweise viele wundervolle Beispiele europäisch-französischer Architektur entstanden und Saigon war übersät mit eleganten Cafés und teuren Boutiquen. Nach einer langen, verruchten Phase, in der man Saigon mit Prostitution, Verfall, Krieg und Grauen verband, wird der Besucher heute auf eine Stadt treffen, die sich anschickt, ihren alten Glanz als „Paris des Ostens“ wieder aufzupolieren.

Die "alte" Oper um 1900

Im neuen Glanz erwacht: die heutige Oper

Der unglaubliche Mofa-Verkehr von Sai Gon

Im Zentralpark Sai Gon

Das legendäre REX-Hotel

Der Wieder-vereinigung-Zug von Sai Gon nach Ha Noi

Das Rathaus

Das Postgebäude




Als zehntlängster Strom der Welt schlängelt sich einer der berühmtesten Flüsse der Erde fast 5.000 Kilometer lang von Tibet durch China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und eben Vietnam. Der Teil des Flusses, der durch Vietnam fließt, wird „Cuu Long Giang“ genannt – „Neun-Drachen-Fluss“. Im Süden von Saigon münden zwei Ausläufer, der oberer und der untere Mekong, in das Südchinesische Meer und bilden die beiden Hauptarme des Flusses. Sie erreichen das Meer über das Mekongdelta, das sich über eine Fläche von etwa 70.000 Kilometern ausbreitet.

Reisfelder ohne Ende in der Mekongdelta

Fast ausschliesslich arbeiten Frauen im Reisfelder

Bauerfamilie in der Mekongdelta

Panorama am Flussufer



Cu-Chi

Die ersten Tunnel von Cu Chi sind 1948 im Krieg gegen die Kolonialmacht Frankreich entstanden, um Waffen, Vorräte und auch Menschen zu schützen. Nachdem die Vietnamesen über die Franzosen gesiegt hatten, entsandten die USA ihre Truppen nach Vietnam. Als diese unweit von Cu Chi ein Hauptquartier errichteten, ahnten sie noch nicht, dass der Feind unter der Erde lauerte. In den Sechzigerjahren gruben nordvietnamesische Partisanen immer weiter und immer tiefer, bis das Tunnelsystem auf die beachtliche Länge von 200 Kilometern auf drei Ebenen angewachsen war. Unter der Erde entstanden richtige Städte mit Schulen, Lazaretten, Büros, Schlafgelegenheiten usw. Alle unterirdischen Gebäude waren mit Tunneln von etwa 80 cm Höhe und 60 cm Breite verbunden. Zur Außenwelt konnte man durch Klapptüren, die mit Laub und Gras bewachsen waren, gelangen. Alle Eingänge waren durch einfache, aber wirkungsvolle Fallen gesichert. Die heutigen, verbliebenen Tunnel wurden zum Glück verbreitert, dennoch ist es sehr eng, gerade für große Menschen oder solche, die unter Klaustrophobie leiden. Es ist nicht einfach, dort hineinzugehen, aber dieses einzigartige Tunnelsystem bietet dem Besucher einen Einblick in das Untergrundleben zur Zeit des amerikanischen Krieges gegen Vietnam und ist eine eindrucksvolle Erfahrung.

Das Tunnelsystem von Cu-Chi

Schematische Darstellung des Tunnelsystem

Ein- und Ausgang über sehr schmale Türe

Bombenkrater in Cu-Chi



 
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